Aus 3 mach 1 – der „Reisekübel“ entsteht

Hallo Froinde,
ich hatte mir vor einer Weile meinen Kübel verbogen

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Ein bisschen zuviel Schwung und ein stabiler, in der Erde verankerter Eisenträger hatte mir glatt die rechte „Ecke“ weggeschlagen und die Basis für den sogenannten „Reisekübel“ zerstört. Insider wissen, warum dieses Projekt so heißt – aber darum soll es hier nicht gehen.

Die Karosserie war krumm, die Türen auf der Beifahrerseite ließen sich kaum noch öffnen. Die Vorderachse war weggeknickt aber der Rahmenkopf glücklicherweise noch intakt!

Deswegen: es wurde eine unfallfreie Karosserie mit Haube und Scheibe und eine Vorderachse gesucht – der Rahmenkopf war glücklicherweise unbeschädigt.

Nach langer Suche lief mir eine schöne Basis (mit unendlich viel Rost) über den Weg. Ein Ziviler Baujahr 1970 in knusprigem Orange. Der Wagen wurde mir angepriesen als sehr gute Substanz. „Nur an den Schwellern wurde schon einmal geschweißt. Die sollte man aufmachen, um zu sehen, was darunter ist“. Leute, das Ding ist Kernschrott und sieht ab Hüfthöhe abwärts aus, als hätte er die letzten Jahre im See gestanden. Die durchgeführten Schweißarbeiten sind gut für einen eigenen Artikel (Schreibe ich vielleicht später noch).
Aber als Basis mit einem tadellosen Scheibenrahmen und den ziviltypischen Accessoires genau richtig.

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Dann ward noch eine klasse Karosserie gefunden mit sehr guter Substanz. Zu reparieren sind im Wesentlichen: Endspitze Fahrerseite, Heckblech, Schwellerenden:

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Also frisch ans Werk!

  1. KW 2009:
    Innenkotflügel nachgebildet, Endspitze repariert und Heckblech aus dem Orangenen in den Grünen transferiert:

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  1. KW 2009:
    Nach einer kurzen Schaffenspause ist die Karosse geschliffen und grundiert. Bald kommt Farbe drauf …

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Die Karosse vom Lackierer abgeholt. Strahlendes weiß, einfach klasse Farbe, gabs auch orginal so.
Weiter gehts also mit der Bodengruppe. Die Bodenhälften waren ja richtig gar, also raus damit und neue rein. Am Anfang war ich mir sehr unsicher, habe tausendmal gemessen und mir die Abstände Außenkante zum Tunnel notiert. Hat am Ende trotzdem nicht 100%ig gepasst 😉 War aber eine gute Übung, um den Respekt vor verschiedenen Arbeiten zu verlieren. Also Rost raus …

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und frisches Bleck rein. Großer Frust, welcher miserablen Passform die Bodenhälften waren. Mit großen Verwerfungen und offenen Hilfsschnitten vom Pressen, die noch zugeschweißt werden mussten. Eigentlich eine Frechheit. Aber es gibt keine anderen und immernoch besser, als sich so einen Flickenteppich zu braten. Stabilität bekommt das Blech ja durchs Einschweißen. Zu guter Letzt die Sitzschienen abgetrennt und in die neue Bodengruppe eingeschweißt, ebenso Anschlag Bremspedal und Batteriehalterungen.

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Vorbereitungen zum großen Moment. Neue Karosse auf neue Bodengruppe. Kommt zwar später nochmal runter für Restarbeiten an der Bodengruppe, hat aber Spaß gemacht. Gute Stimmung, sich senkende Sommernachmittagssonne, Schrauberromantik pur 😉

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Also verladen das Ganze, noch schön gegrillt und gechillt und dann ab nach Hause. Am nächsten Morgen: es ist noch wahr, da steht er nun und sieht schon fast wieder wie ein Auto aus …

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Der Rest ist schneller erzählt als getan, Die ganze Fahrwerkorgie mit Scheibenbremse und Porschelochkreis hat mich ein ganze Weile beschäftigt. Achsschenkel, Bremstrommeln hinten, die schmaler waren (und sind) als Kübel Serie, Reifen, von denen trotz Berechnungen in allen möglichen Reifenrechnern die Hinterräder auf einmal kleiner waren als die Vorderräder. Das war eine schwierige Phase: viel kümmern und recherchieren und wenig Fortschritt zu sehen. Entsprechend gibt es auch kaum Fotos aus der Phase.
Hauben, Türen, Scheibenrahmen, Schlösser, Elektrik …

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Und dann war da noch mein anderer Kübel, der ja auch ein Refresh bekam. Zur der Zeit sah es in der Halle richtig „kübellastig“ aus:

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30.-31. Juli 2009:
In einer Hauruckaktion haben Matthias, seine Freundin und ich am Abend vor der Abreise zum Kübelweltrekord die Nacht durchgeschraubt und diesen Wagen sowie den gelben Kübel, der zwischenzeitlich auch geschweißt und lackiert worden war, fertiggestellt.
Evy hat die Kurzzeitkennzeichen geholt und ist damit sowie zwei Taschen mit dem Nötigsten für den Ausflug nach Türingen nachmittags in der Halle aufgeschlagen. Ich danke Euch nochmal herzlich für den kühnen Einsatz.
Also Löcher in die Kennzeichen gebohrt, ein paar Kabelbinder, diverses Werkzeug (und ein paar Ersatzeile) eingepackt und los ging die Reise ins Abenteuer. War „mutig“, das war uns klar. 600km Probefahrt, so macht man das normalerweise nicht. Es gab natürlich auch Zwischenfälle und besonders die Rückfahrt war irre – aber das ist eine andere Geschichte.

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Also erst einmal feiern:

  1. August 2009 – Kübelweltrekord!
    Klassenzeil erreicht, zwei Autos beigesteuert. Ich bin stolz wie Bolle. Noch ohne Verdeck, den Winterrädern vom 944 und hundemüde. Egal. Die nächste Nacht haben wir alle richtig tief geschlafen 😉
    Am Sonntag trotz Lenkungsthema und Ölverlust noch schön zum Kyffhäuser gecruist, Spaziergang, gepost fürs Erinnerungsfoto, und dann geschmeidig nach Berlin zurück. Ohne Verdeck und die Regenwolke vor uns herschiebend. Prost!

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Finish:
Im Laufe des Herbstes ging es dann weiter: Motor raus und neu abgedichtet und zum TÜV. Weiter mit Felgen strahlen, pulvern und mit den vorgesehen Reifen versehen. Damit dann Anmelden, H-Gutachten. Später dann das Verdeck. Sieht nun schon ganz schön fertig aus.
Im September 2009 ergab sich ja durch die vielen schönen übriggebliebenen Teile und der Frage nach einem Winterfahrzeug die Idee zum Bau eines Winterkübels, dem Geländekäfer. Durch ein drastisches Ereignis wird auch dieser zurückgestellt, aber auch das ist eine andere Geschichte … Auf jeden Fall pausierte dann das Projekt Reisekübel. Die kalte Jahreszeit beginnt. Ab in die Tiefgarage.

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2010: Der Geländekäfer ist seit April 2010 wieder in Arbeit. Reisekübel pausiert immernoch, wird jetzt gefahren wie er ist. Ein paar „Kleinigkeiten“ wie der Motor vom 914 warten noch, aber das kommt später.

Soweit der Stand per Sommer 2010.
Zum vorläufigen Ende dieser Story noch ein Foto vom

  1. Kübeltreffen auf Burg Rabenstein 2010

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Die Fotos in „groß“ und ein paar zusätzliche gibts im Album. Soweit erst einmal dazu, bis zum nächsten großen Projekt baue ich erst einmal alle Autos fertig. Doppelschwör.
Solong, man sieht sich
F.

Credits: Der „Reisekübel“ wird in gewisser Weise ein Gemeinschaftsprojekt. Ein Fahrzeug à la Overhaulin oder Speed Shop in kurzer Zeit durchzuziehen, können wir auch. Voraussetzung ist natürlich, dass mehrere an einem Strang ziehen, sei es nur durch Mitdenken und Motivation. Danke also insbesondere an Bernd für den Hallenplatz, Sven fürs Kümmern um die Bodengruppe und Matthias (Matze) fürs Mitdenken und Mitwirken bei der Technik …

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